Hélène Binet

Preisträger BDA-Architekturpreis Nike 2019
Preisträger BDA Preis Bremen 2018

Bremer Landesbank

Bremen

Hélène Binet

Bremer Landesbank

Bremen
Projekt
Bremer Landesbank
Architekt
Caruso St John Architects, Zürich
Bauherr
Bremer Landesbank

Nike 2019 – Votum der Jury

Der 2016 als Bremer Landesbank fertiggestellte Neubau ordnet sich selbstbewusst, nobel und mit hanseatischem Understatement in den Domshof nahe des UNESCO-Weltkulturerbes des mittelalterlichen Rathauses von Bremen ein. An derFassade sind dunkle und harte Klinker pfeilerförmig und in ornamentalen Friesen angeordnet, die dem Gebäude eine dicke, gemauerte Haut verleihen. Innerhalb des vertikalen Rasters der Außenmauer markieren auffällige, ausdrucksstarke Portale mit halbrunden, nach innen abgestaffelten Portalgewänden die Eingänge und sorgen hier für eine fast archaische Bodenständigkeit, die sowohl mit den umgebenden mittelalterlichen Bauformen als auch mit der ortstypischen Weser-Renaissance in Dialog tritt.

Die innere Organisation mit ihren öffentlich zugänglichen Innenräumen und einem großen Innenhof sorgt für eine spannungsvolle Verzahnung des öffentlichen Raums mit den internen Arbeitsräumen.

Der Bürobau ist insgesamt eine gelungene, zeitgemäße Interpretation hiesiger Bautypen, wie sie vielleicht nur von außen kommen kann. Er sorgt für ein „Weiterschreiben des Ortes“, ohne sich darauf zu beschränken, typisch hanseatisch etikettierte Versatzstücke wie den Backstein oder das Schema des „Bremer Hauses“ lediglich zu zitieren. Der Bau fügt sich vielmehr mit einer substanziellen, eigenständigen Lösung der Bauaufgabe in einen historisch sensiblen Ort ein. Dafür hat die Jury die Nike für Fügung vergeben.

Hélène Binet
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Hélène Binet
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Hélène Binet

Preisträger

BDA-Architekturpreis Nike 2019 – Nike für Fügung

Prämierung eines Bauwerks, bei dem Material, Form und Konstruktion besonders wirkungsvoll zu einer Einheit gefügt werden.

Preisträger

BDA Preis Bremen 2018 – Preisträger

Städtebau durch Baugestaltung, das Paradoxon leistet der Neubau, indem er sich mit seiner differenzierten Fassade und der Baukörpergliederung in den historischen Rahmen einfügt, den der wilhelminische Renommierbau der Deutschen Bank zur Rechten und das Neue Rathaus zur Linken sowie der gesamte Domshof vorgeben. Dabei gelingt es ihm mit seiner plastischen Klinkerfassade, einer durchaus zeitgemäßen Neuinterpretation des norddeutschen Backsteinexpressionismus´, gegenüber den opulenten Nachbarn eine gleichgewichtige Statur zu entwickeln. Hervorzuheben ist die erstaunliche handwerkliche Präzision der plastisch und dekorativ reich strukturierten Klinkerfassade. Blickfang ist das postmodern überhöhte, ausmittig positionierte Stufenportal, das am anderen Ende der Front in der Tiefgarageneinfahrt seine allerdings nicht adäquat ausformulierte Entsprechung findet.

Die Schalterhalle zeigt in Materialkanon und Farbigkeit die durch das Äußere erwartbare gediegene Ausstattung. Der über einen gewölbten Durchgang zugängliche, öffentliche Innenhof von ovaler Form und einfacherer Gestaltausführung verknüpft die Tiefe des Baublocks mit dem Straßenraum.

Die Landesbank ist ein hervorragendes Beispiel für das Bauen im historischen Kontext, besonders aber für moderne Gestaltungsmöglichkeiten traditionellen Klinkermauerwerks.